Nachdem nun doch einige Zeit vergangen ist kommt hier nun mein Bericht über dieses Jahr Wacken.

Wie bereits letztes Jahr waren wir auch dieses mal auf Wacken. Jedoch nicht als Besucher bzw. Gäste, sondern um dort ein Mittelalter Lager aufzubauen und ein paar Shows pro Tag zu liefern. Dafür wurde ein eigenes Mittelalterareal recht nah an den Hauptbühnen geschaffen. Bereits im Dezember letzten Jahres kam die Nachricht, dass wir gerne erneut dort auftreten können, wenn wir möchten. Natürlich wurde diese Gelegenheit nicht ausgeschlagen.
Da Wacken etwas sehr großes und besonderes ist, hieß es für mich: Training ist angesagt. Dazu gehörte Ausdauer und Kraft Training. Über das Jahr hatte es auch durchaus seine Wirkung, jedoch eine Woche vor Wacken passierte es. Ein kleines Missgeschick sollte mir einen Strich durch die Rechnung machen.
Die kleine Stufe einer Treppe war der Gegner der mich zu Boden zwang. Nach 4 Stunden des Wartens im Krankenhaus kam dann die Diagnose: Überdehnte Bänder, verdrehtes Sprunggelenk und verstauchte Linke Hand. Und das eine Woche vor Wacken. Aber nicht hinfahren kam für mich auch nicht in Frage. Und so begann es.

Bereits 3 Tage vor Abfahrt ging es daran, den Truck zu beladen. Immerhin 120 Leute hatten sich für die Fahrt angemeldet um uns in Wacken zu unterstützen. Beim beladen des Trucks waren dann ca. 30 Leute anwesend. Und wenn ich Truck sage… dann meine ich auch einen Truck.

Leider blieb mir die Möglichkeit verwehrt schwere Sachen zu tragen, daher war meine Anwesenheit, abgesehen von der Abgabe meiner Ausrüstung, die ebenfalls mit dem Truck transportiert wurde eher Motivierender Natur. Allerdings habe ich fürs Mittelalter passende Krücken bekommen, die ich dann auch während der Zeit getragen habe.

3 Tage später war es dann auch so weit. Der Bus war da der uns nach Wacken transportierte. Nach knappen 10 Stunden Fahrt waren wir schließlich auch am Zielort angekommen.  Ebenso wie beim einladen des Trucks kamen mir beim ausladen eher organisatorische Aufgaben zuteil.

So galt es knapp 1000L Bier, Met und alkoholfreie Getränke in Küchennähe zu bringen, knapp 20 Zelte organisiert und mit minimaler Platzverschwendung aufzubauen.
Währenddessen habe ich mich der Reparatur eines Zeltes gewidmet, dass in einer windigen Nacht doch einige Spuren abbekommen hatte. Zeltstoff nähen ist und wird niemals meine Lieblingsarbeit werden.

Aber gegen Abend stand auch dieses Zelt und wir erwarteten mit Spannung die kommenden Tage. Das Wetter schien uns auch dieses Jahr recht gern zu haben, denen über die gesamte Woche war das Wetter praktisch Sonne pur. Lediglich 1 Tag war ein wenig verregnet, was aber auch nicht die Laune verdarb.
Wir waren für 3 verschiedene Shows gebucht. Zum einen gab es jeden Tag ein kleines Melee der Schwertkämpfer. Dies beinhaltete eine kleine Einführung in den Schwertkampf, Zweikämpfe und eine größere Schlacht mit ca. 30 Schwertkämpfern. Die zweite Show des Tages war Bruchenball. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus den Sportarten Fußball, Rugby und Ringen. Ein Großer Ball wird mittig in einem Kreis aus Stroh, in dem 2 Tore gekennzeichnet sind, in Stellung gebracht. 2 Teams zu je 6 Spielern versuchen nun, den Ball in das jeweils gegnerische Tor zu bringen. Ausser kratzen, beißen Haare Ziehen ist praktisch alles erlaubt.  Gleichzeitig wird das Spiel nur in der Mittelalterlichen Unterhose, der Bruche gespielt. Daher auch der Name. Nachdem unsere beiden Teams die Massen in Stimmung und die „Regeln“ des Spiels gezeigt hatten, konnten sich nun auch Teams aus dem Publikum melden. Das Ergebnis lässt sich im Video (ganz unten auf der Seite) recht schön erkennen.
Der dritte Punkt war eine Feuershow abends.
Durch meine Verletzung war es mir vorerst nicht möglich an den Aktivitäten teilzuhaben. Stattdessen war meine Aufgabe… herumstehen und gut aussehen.
Auch nach dem Shows war ich in meinem Tun doch recht beschränkt, da ich nicht die Möglichkeit hatte mich viel zu bewegen bzw. die Belastung für den Fuß doch recht groß war. Also war auch hier das Ziel:  Herumsitzen und gut aussehen.

Erst gegen Abend kam dann die Zeit, die ich genießen konnte. So luden wir vorbeigehende Gäste ein, sich zu einem Becher Met (oder mehr) zu uns an den Tisch zu setzen und ein wenig zu verweilen. Bereits im letzten Jahr hat uns das sehr gut gefallen und auch dieses Jahr haben wir wieder nette, interessante komische und vor allem auch betrunkene Menschen kennengelernt.

nach dem 3 Tag auf Wacken ergab es sich aber durch eine Reihe von Unglücken, dass mehr und mehr unserer Schwertkämpfer und Bruchenball Spieler sich Verletzungen zuzogen. Gerade beim Bruchenball kann so etwas recht schnell passieren, wenn man es dabei übertreibt. So kam es zu Kapselrissen, einem Gebrochenen Finger, einer ausgerenkten Schulter und diversen anderen kleineren Verletzungen. Doch aus der Not wart eine Tugend geboren. So stellten wir kurzerhand ein invaliden Team zusammen, dass, da die Verletzungen echt waren, in einem leicht gespielten Bruchenball Spiel antrat.

Auch wenn das Team keinen Sieg davon trug war es doch trotzdem ein gelungenes und vor allem witziges Ereignis.
Das Problem der Verletzten Bestand jedoch weiterhin. Am 4. Tag stand kaum noch ein Schwertkämpfer für einen Zweikampf zur Verfügung. Um diesem Elend Einhalt zu gebieten, entschied ich mich für eine recht fragwürdige Lösung.
Schuhe an, Rüstung an und ab aufs Feld, dem kaputten Fuß zum Trotz. Mein Fuß war zu diesem Zeitpunkt immer noch geschwollen und auch Drehungen wollte er nicht so wie ich das wollte. Entfernte ich jedoch die Schnürung meines Schuhs konnte ich mit meiner Gel-Schiene und Socken in die Schuhe rein. Das ganze saß zwar recht eng, jedoch führte dies zu einer weiteren Stabilisierung meines Fußes, weswegen ich eben auch den Schwertkampf machen konnte. Das Ausziehen am Abend war jedoch entsprechend… und muss glaube ich an dieser Stelle auch nicht weiter erklärt werden. Und so entstand im Nachhinein das Motto für das diesjährige Jahr Wacken:

Und so endete nach 7 Tagen Wacken auch unser diesjähriges Highlight. Es war wieder sehr schön da, nette Leute, viel Spaß und dem ein oder anderen Konzert konnte man auch noch beiwohnen.

In diesem Sinne freuen wir alle uns auch wieder aufs nächste Jahr, wo wir natürlich auch wieder da sein werden. Zum Abschluss gibt es noch das Gruppenfoto (zum vergrößern klicken) und ein sehr gelungenes Video, dass einige weitere Impressionen unserer Zeit auf Wacken wiedergibt. In diesem Sinne.

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