Wer kennt das als Verein nicht: Ein Markt folgt dem nächsten, immer ist man unterwegs. Da bleibt kaum Zeit für einfache Dinge wie Reparaturen, oder einfaches Zusammensein, ohne Verpflichtungen wie Schaukampf, Markteinzug oder dem erklären von Waffen oder Lebensweisen im Mittelalter an Besucher. Aus diesem Grunde haben wir uns diese Zeit einfach genommen. Eine ganze Woche lang waren wir auf Gut Hebscheid in Aachen und haben ein Lager „nur für uns“ gemacht. Natürlich kamen auch Besucher, es gab auch ein Programm, aber z.B. keine Gewandungspflicht. Dafür aber auch keinen Eintritt den man hätte zahlen müssen. Das Programm bestand aber eher aus einfachen Sachen. Angefangen mit einem Gottesurteil, welches sich aus einem Streit zwischen 2 Parteien ergeben hatte.  Da die beiden Personen allerdings nicht wirklich erfahren im Schwertkampf waren, übernahmen wir, nach Erhalt eines gewissen Motivationszuschusses, diese Bürde.vor dem GottesurteilNachdem das Gottesurteil entschieden war, lichtete sich auch der Streit und die sich streitenden Personen gaben auch ihr fortan friedliches nebeneinander bekannt. Ein, wie ich finde, durchaus gelungenes Ende. Und genau dafür waren doch Gottesurteile da: um Klarheit zu schaffen.

Ein weiterer Punkt der auf dem internen Programm stand war das Skat Turnier.  Ja auch im Mittelalter wurde schon mit Karten gespielt und nun galt es im Verein den besten zu finden. Und so begann ein Nervenaufreibendes Turnier mit viel Glück, großen Bluffs und miesen Händen. Naja … nicht wirklich… Eher bei einem (oder mehr ) Bier und viel Spaß beim Spiel.

Am Ende konnte es leider nur einen Sieger geben, doch war ich es leider nicht. Ich musste mich mit einem undankbaren 2. Platz zufrieden geben. Als Hauptpreis bekam der Gewinner: nichts als Ruhm und Ehre. Doch darum ging es ja auch nicht. Es ging uns um das Zusammen Spaß haben, und den hatten wir mit Sicherheit.

Um Mitternacht dann kam es zum großen Mitsommerfeuer. Fast 60 Leute aus dem Verein waren anwesend und hatten sich um den Großen Haufen Holz versammelt. Nach einer kurzen Ansprache und Gedenken an diese langjährige Tradition, wurde dieses dann entzündet. MitommerfeuerUnd so nahm der Rest des abends auch seinen Lauf. Es wurde gemütlich am Feuer gesessen, getrunken und gelacht. Bis in die frühen Morgenstunden.

Der nächste Tag war aber auch wieder voll mit „Programm“ und Arbeit. So galt es, dass Lager und sein Inventar auf Vordermann zu bringen. Und so wurde die Mittelalter Gewandung vom Vortag durch Arbeitskleidung ersetzt, und der Pinsel geschwungen. Es galt die Tische und Bänke mit neuem Holzschutz und Farbe zu versehen, Rundtische mit Leinen zu bekleben und danach mit den Vereinsfarben zu bemalen. Schilde mussten repariert oder neu gebaut werden, Rüstungen mussten von Rost befreit und Schwerter entgratet und poliert werden.

Aus alt wird neu
Am Ende des Tages waren wir weit gekommen, aber noch lange nicht am Ende. Denn Obwohl es noch viel zu erledigen gab, ließen es sich einige, ich zähle dazu, nicht nehmen, sich noch mehr aufzulasten. Und so begann das erste von einigen Reittrainings. Nachdem wir in den letzten Wochen die Theorie gelernt hatten war es an der Zeit das Pferd Live zu erleben. Nach einer erneuten Einweisung bezüglich Handhabung und Aufstieg auf das Pferd durch unseren Reitlehrer (hier auch ein Dank an ihn) war es dann soweit. Für mich zwar nicht das erste mal auf einem Pferd, aber 3 Tage reiten vor 11 Jahren zähle ich nicht wirklich als Erfahrung. daher war es ziemlich ungewohnt, ging aber doch recht einfach von der Hand.

Der Abschluss des Tages war dann das Schlachttraining. Da unser Verein für Wacken gebucht wurde, sollte auch eine entsprechende Show vorbereitet werden. Nach einer groben Darstellung des Ablaufs der „Geschichte“ wurden die Kämpfer in die Schlacht gebeten um ein wenig zu trainieren. Auch hier war wieder viel Spaß mit dabei, jedoch auch ein gewisses Maß an Disziplin, um das ganze schnell von statten gehen zu lassen. Ausgehesehn hat das ganze dann so:

Das wars dann auch schon wieder, was es zu berichten gab. Im Lauf der Woche wurde noch weitere an den nötigen Reparaturen gewerkt, aber nichts, worüber es sich noch zu berichten lohnen würde.

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal.