Der Beginn

Zuerst wird von dem stählernen Rohling die Griffangel abgesetzt und ausgeschmiedet. Die Rohklinge wird danach der Länge nach ausgereckt und gebreitet. Im Anschluss wird die Grundgeometrie herausgeschmiedet. Die Herstellerkennung bzw. Wappen wird in das noch glühende Eisen eingeprägt. Nach dem Schmieden ist die sogenannte „schwarze Klinge“ noch lange nicht in ihrem endgültigen gebrauchsfähigen Zustand. Viele weitere Arbeitsschritte sind nötig, um ein solches traditionelles Schwert zu vollenden.

Schmieden einer Klinge

Schmieden

Die „Geburtsstunde“ / Wärmebehandlung

Die wohl bekannteste Form der Wärmebehandlung ist das Härten. Sie besteht darin, dass die Klinge auf eine Härtetemperatur erhitzt und danach in Wasser oder Öl abzuschrecken. Bei diesem Prozess kommt es zu einer Veränderung der Gitterstruktur des Metalls, die Klinge härtet. Würde man sie jetzt jedoch fallen lassen, oder versuchen zu biegen, würde sie zerbrechen wie Glas. Um eine gebrauchsfähige Klinge zu erhalten, ist es unumgänglich sie „anzulassen“, d.h. nochmals auf ca. 200 – 400 Grad erhitzen (je nach Stahl Art).

Schwertrohling

Das Härten im Ofen

Härteofen
Das Härten im Ofen

Das Schleifen und Polieren

Polierstein für Schwerter

Erst wird geschliffen, danach poliert

Die Klinge wird vom Zunder (Oxidschicht), der sich während des Schmiedens bzw. beim Härteprozess gebildet hat, befreit. Hat die Klinge Hohlkehlen, werden diese nun herausgearbeitet. Die endgültige Form wird in mehreren Arbeitsgängen zuerst grob und dann fein geschliffen und anschließend poliert. Bei Verbundstahlklingen (Damast) ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem sie „ausgezogen“ werden. Inschriften, heraldische Symbole, etc. können nun im Ätzverfahren aufgebracht werden.

Parierstange, Griff und Knauf / Das „Gefäß“

Parier, Knauf und Giff eines Schwerts nennt man Gefäß

Das „Gefäß“ besteht aus Parierstange, Griff und Knauf

Parierstange, Griff und Knauf (wir sprechen vom „Gefäß, d.h. der Teil an dem man das Schwert anfasst) hatten in jedem Jahrhundert, ihre eigene, unverkennbare Form. Von sehr einfachen Gefäßen des hohen Mittelalters (gerade Parierstange, Scheibenknauf) bis zu den komplizierten Formen der Renaissance in oft prunkvoller Ausgestaltung. Gleich wohl haben alle Schwertgefäße zwei Grundanforderungen zu erfüllen:

  1. 1. Der Knauf muss in seiner Größe der Klingenlänge und dem Klingengewicht angepasst sein, um ein müheloses und ermüdungsfreies Führen des Schwertes zu ermöglichen. Er soll in seiner Form ein Abrutschen der Hand vom Griff verhindern.
  2. 2. Die Parierstange soll beim Parieren einen wirkungsvollen Schutz vor des Gegners Klinge bieten.

So zahlreich wie die Schwerttypen sind auch die Gefäßformen: Gekehlt, mit angestauchten Wulsten, tordiert, gespalten, durchbrochen, …, hier kann der kunsthandwerklich arbeitende Schmied zeigen, was er kann. Die bei der Gefäßgestaltung gewählten Formen gehören zum künstlerischen Stil der jeweiligen Epoche und entsprechen dem damaligen Zeitgeist.

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